Mental Health im Unternehmen: Wenn alle merken, dass etwas nicht stimmt – aber niemand handelt

April 22, 2024
Abstract composition with floating irregular shapes

In kleinen Unternehmen fällt ziemlich schnell auf, wenn sich jemand verändert.

Jemand zieht sich zurück. Ist ungewohnt still. Gereizter als sonst. Fehlt häufiger. Wirkt erschöpft. Die Leistung kippt.

Im Team fällt irgendwann der Satz:

„Irgendwas ist anders.“

Und dann wird es interessant.

Denn etwas bemerken und wissen, was damit zu tun ist, sind zwei sehr verschiedene Kompetenzen.

Genau da liegt bei Mental Health im Unternehmen oft die eigentliche Lücke.

In diesem Artikel

01 Warum Awareness allein wenig bringt

02 Warum Mental-Health-Themen so oft bei Founder oder HR landen

03 Wer im Unternehmen wirklich Kompetenz braucht

04 …und wie ihr herausfindet, welche Menschen das bei euch sein sollten.

01 — Awareness ≠ Handlungskompetenz

Awareness ist schön. Aber was passiert danach?

Mental Health ist inzwischen in ziemlich vielen Unternehmen „wichtig“.

Steht auf der Website. Im Culture Deck. Vielleicht gibt es einen Mental Health Day und irgendeinen Wellbeing-Benefit.

Alles wunderbar.

Nur hilft das erstaunlich wenig bei den Fragen, die im echten Leben auftauchen:

Ist diese Veränderung überhaupt relevant?

Spreche ich sie an?

Wie direkt darf ich sein?

Was sage ich, wenn die Person abblockt?

Wo endet meine Verantwortung?

Und wann braucht es professionelle Hilfe?

„Irgendwas ist anders“ ist eine Beobachtung. Noch keine Handlungskompetenz.

Und genau deshalb beginnt Mental-Health-Kompetenz für mich nicht bei noch mehr Awareness.

Sondern dort, wo Menschen lernen, Veränderungen wahrzunehmen, einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren.

02 — Warum landet es trotzdem wieder bei Founder und HR?

Weil Unsicherheit gern nach oben delegiert wird.

Eine Kollegin bemerkt etwas.

Der Team Lead ist sich nicht sicher.

Niemand möchte übergriffig sein.

Also wartet man erst einmal.

Bis das Thema groß genug ist, dass es irgendwo „offiziell“ hinmuss.

Und dann sitzen wieder dieselben Menschen damit da: Founder, HR, People & Culture oder genau die eine Führungskraft, die bekanntermaßen gut mit Menschen kann.

Das Problem daran ist nicht, dass diese Personen Verantwortung übernehmen.

Das Problem ist, wenn fast die gesamte Mental-Health-Kompetenz des Unternehmens an drei Kalendern hängt.

Urlaub. Kündigung. Eigene Überlastung.

Schon wird aus der vermeintlich offenen Kultur ein ziemlich dünnes Netz.

03 — Die richtigen Menschen erkennt man nicht (immer) am Jobtitel

Deshalb würde ich bei der Frage, wer Mental-Health-Kompetenz aufbauen sollte, nicht zuerst aufs Organigramm schauen.

Sondern auf die Realität.

Wer bekommt Veränderungen früh mit? Wer genießt Vertrauen? Bei wem landen persönliche Gespräche ohnehin? Wer kann zuhören, ohne sofort retten zu wollen? Und wer versteht, dass Unterstützen nicht bedeutet, selbst Therapeut:in zu spielen?

Vielleicht ist das ein Team Lead.

Vielleicht HR.

Vielleicht aber auch die Person, die auf keiner offiziellen „Mental Health“-Liste gestanden hätte – zu der im echten Leben aber alle gehen.

Die spannendere Frage lautet deshalb nicht:

„Wen schicken wir zum Kurs?“

Sondern:

„Welche Menschen würden bei uns den größten Unterschied machen, wenn sie wüssten, was zu tun ist?“

Und genau da wird es für Unternehmen plötzlich sehr konkret.

04 — Coverage statt Bauchgefühl

Denn „Wir sollten ein paar Leute schulen“ klingt erstmal sinnvoll.

Bis man entscheiden muss, welche.

Habt ihr in jedem relevanten Bereich Menschen, die Veränderungen wahrnehmen und Gespräche sicher beginnen können?

Oder hängt alles an HR?

Gibt es Backups?

Und gibt es vielleicht Teams, in denen ihr heute schlicht darauf hofft, dass schon irgendjemand richtig reagieren wird?

Genau dafür habe ich die Mental Health Action Map entwickelt.

Sie führt euch in 10–15 Minuten durch drei Fragen:

Reality Check: Was würde bei euch tatsächlich passieren, wenn jemand deutliche Veränderungen zeigt?

Coverage Check: Wo habt ihr bereits handlungsfähige Menschen – und wo fehlen sie?

People Selection: Welche 3–4 Personen solltet ihr gezielt mit Mental-Health-Kompetenz ausstatten?

Kein kompliziertes Assessment. Kein hübscher Score fürs nächste Leadership Meeting.

Sondern:

Konkrete Lücken. Konkrete Menschen. Konkreter nächster Schritt.

Wenn ihr also wirklich wissen wollt, welche Personen ihr für eure Mental Health Kompetenz befähigen solltet, schaut einmal genauer hin, wie Unterstützung in eurem Unternehmen tatsächlich funktioniert.

Nicht auf dem Papier.

Sondern zwischen den Menschen.

Die Action Map zeigt euch, wo Kompetenz fehlt, wen ihr am besten befähigen solltet und wie eure nächsten Schritte aussehen könnten.

Kostenlos Zugang zur Mental Health Action Map erhalten

Published On: April 22, 2024Categories: Unternehmen707 wordsViews: 69

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